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Der Doppeleintrag befindet sich unter: Rasse#Exkurs über die Geschichte der Rassenforschung] -- Zumbo 20:02, 30. Aug 2004 (CEST)
Als Rassentheorien werden zumeist pseudowissenschaftliche Versuche genannt, die Menschheit in unterschiedliche Rassen zu unterteilen. In Verbindung stehen meist weitere Annahmen, die Qualität dieser Rassen betreffend, und Ideen, wie man die Menschheit verbessern könnte.
Diese Modelle entstehen meist basierend auf rassistischer Vorprägung.
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird dies nicht mehr ernsthaft betrieben, da sich diese Theorien zuerst nicht mehr ausweiten und beweisen ließen und sich schließlich als gänzlich falsch erwiesen.
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Eine erste wissenschaftliche Theorie formulierte Linné, der in seinen Ansatz zur Systematisierung der belebten Natur ab der 6. Auflage auch die Menschheit in verschiedene Rassen einteilte.
Den Begriff der Rasse ("Race") führte u. a. Immanuel Kant in die deutsche Sprache ein - und damit auch einen Gedanken der Über- bzw. Unterordnung: für Kant gab es vier Rassen, die sich in ihrer Bildungsfähigkeit unterschieden. An der Spitze der Vernunft standen für ihn die weißen Europäer - am unteren Ende die Indianer.
Im folgenden 19. Jahrhundert entwickelten sich eine Vielzahl miteinander konkurrierender Rassentheorien (besonders bekannt sind die von Gobineau und Chamberlain), die alle stets wieder die Europäer und später die Arier oder germanische Rasse an der Spitze der menschlichen Entwicklung sahen.
Diese Lehren wurden durch Darwins Evolutionstheorie inspiriert, obgleich es laut dieser ganz eindeutig für die Natur keine "höherwertigen" und "minderwertigen" Lebensformen gibt.
Beiträge für diese pseudo-wissenschaftlichen Ansätze lieferten desweiteren die modernen Wissenschaften: Anthropologie, Geschichtswissenschaft, Sprachwissenschaft oder Biologie.
Rassentheorien dienten zumeist dazu, Verbrechen gegen die Menschheit, wie Kolonialismus, Rassismus und Völkermord zu legitimieren.
Dabei war für die meisten Rassentheoretiker klar, daß es keine reinen Rassen geben konnte - seit Jahrtausenden schon vermischten sich die verschiedensten Völker untereinander.
Von Eugenikern wie den Nationalsozialisten wurde diese "Vermischung" als Degeneration definiert und versucht, sie zu unterbinden. Deren Rassentheorie bekam während der Zeit des Nationalsozialismus - in dem "Dritten Reich" - den Charakter einer Staatsreligion, die das öffentliche und private Leben zersetzte und die Ermordung großer Bevölkerungsgruppen - besonders von Juden, Slawen und deren Abkömmlingen diktierte.
Die Rassentheorie wurde in dem Auftrag und unter Kontrolle der Nationalsozialisten pseudowissenschaftlich weiter entwickelt und verfeinert. Rassentheoretiker der Nationalsozialisten waren u. a. Alfred Rosenberg, Hans F. K. Günther und Egon Freiherr von Eickstedt.
Die Ideologie baute auf vielen Fehlannahmen der noch unvollkommenen Völkerkunde und Biologie auf. Z. B. wurden alle Hochkulturen, die Griechen und Römer von den Nationalsozialisten auf die "Arier" zurück geführt.
Buch-Tipp: Berner Sennenhund. Auswahl, Haltung, Erziehung, Beschäftigung (PraxisWissen Hund) Wirklich gut! Das Buch ist super! Mein Mann ist ein "Lesemuffel" und hat das Buch (sein 2. eigenes Buch übrigens) in 2 Tagen verschlungen. Er hat es sogar mit auf die Toi. . . . (darüber spricht man normal nicht) genommen und hat mir immer (nervig) berichtet, was der Hund darf, machen muß, was wir machen müssen, wenn wir einen haben... |
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Eine Sonderstellung in den Rassentheorien wird den Juden zugewiesen, die gleichzeitig als Nicht-Rasse als auch als Superrasse erscheinen:
- die Assimilation dient den Antisemiten als ein Argument, zu behaupten, die Juden würden sich heimlich mit anderen Rassen vermischen - sie unterwandern
- das Fortbestehen des Judentums trotz jahrtausendelanger Verfolgung wird von ihnen gleichzeitig als Anzeichen eines besonders starken Rassecharakters gedeutet
Parallel zu den biologisch argumentierenden Rassentheorien gibt es auch Ansätze, die mit anderen ethnisierenden Konzepten die Unterschiede zwischen den konstruierten Gruppen zu begründen:
- Beseeltheit und Religiosität sind wichtige vormoderne Theorien, die z. B. von Papst Paul III. zur Versklavung der afrikanischen Bevölkerung herangezogen wurden
- besonders in dem deutschen Sprachraum entwickelten sich Ansätze, die Menschheit anhand der Sprache in höhere und niedere Gruppen einzuteilen (Linguizismus);
- Massetheorien wie die von Gustave le Bon teilten die Menschheit in verschiedene Kulturen ein (vgl. Kulturalismus);
- Ebenfalls auf dem Kulturbegriff aufbauend hat sich in den letzten 60 Jahren ein Rassismus ohne Rasse entwickelt, bei dem der Rassebegriff sprachlich ersetzt wird.
- in dem Sozialdarwinismus können Rassen begründet werden - müssen aber nicht: auch die Unterteilung in stark und schwach genügt für die Legitimation von Unterdrückung.
Eine entsprechende Rassentheorie ohne Rassen aus unserer Zeit stellt z.B. Samuel Huntington in seiner Schrift Kampf der Kulturen dar, in der er von 7 oder 8 Kulturen spricht, die er ziemlich exakt entlang der Linien entwirft, die auch die Rassentheoretiker des 19. Jahrhunderts für ihre Konstruktion genutzt haben. Und auch bei ihm erscheint das Zusammenleben unkalkulierbar gefährlich.
Buch-Tipp: Border Collies. Richtig verstehen, erziehen, beschäftigen Die längst fällige "Entwarnung" Der Border-Collie als Familienhund. Einen Herausforderung - aber möglich!
Ein Buch das mit dem gängigen Bild des Borders als "Arbeits-Monster" bricht. Das beste Buch,das ich überhaupt je über Hundeerziehung gelesen habe. |
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Widerspruch gegen Rassentheorien hat es schon stets gegeben: Humanisten wie Herder, Forster oder Lichtenberg sprachen sich schon zu Kants Zeiten gegen den Rassebegriff aus.
Anthropologen wie Theodor Weitz oder Franz Boas widersprachen dem jeweils zeitgenössischen Rassismus von Chamberlain bzw. des Nationalsozialismus.
Spätestens mit den Ergebnissen der UNESCO-Arbeitsgruppe von 1950 ist der Rassebegriff wissenschaftlich widerlegt.
Buch-Tipp: Cavalier King Charles Spaniel. Ein königlicher Kumpel (Cadmos HundeWissen) Umfassende Information Da ich Interesse daran hatte, einen Hund der Rasse zu mir zu nehmen (inzwischen habe ich einen), habe ich mir mehrere Bücher gekauft. Das vorliegende Buch hat mich umfassend über alle Vor- und auch die wenigen Nachteile der Rasse informiert. Lediglich den kleinen Teil über Erziehungsmethoden fand ich nicht angemessen, darum... |
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- G. Çağlar: Der Mythos vom Krieg der Zivilisationen. Der Westen gegen den Rest der Welt. Eine Replik auf Samuel P. Huntingtons »Kampf der Kulturen«, München: Marino, 1997.
- T. Geisen: Antirassistisches Geschichtsbuch. Quellen des Rassismus in dem kollektiven Gedächtnis der Deutschen, Frankfurt am Main: IKO, 1996.
- I. Geiss: Geschichte des Rassismus, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1988.
- S. J. Gould: Darwin nach Darwin, Frankfurt am Main: Ullstein, 1984.
- G. L. Mosse: Die Geschichte des Rassismus in Europa, Frankfurt am Main: Fischer, 1990.
- L. Poliakov: Der arische Mythos. Zu den Quellen von Rassismus und Nationalismus, Hamburg: Junius, 1993.
Buch-Tipp: Chihuahuas Wissenswertes über Anschaffung, Haltung und Plege der Rasse Woher kommt diese Rasse, wo finde ich einen Chihuahua und welche Ansprüche stellt die Rasse. Hier erfährt der Leser sogar noch mehr. Die Autorin kann aus ihrer langjährigen züchterischen Erfahrung schöpfen und gibt viele Tipps auch zur Aufzucht der Rasse. Für Liebhaber und Züchter... |
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